Zattoo

Wie war das noch mal mit IPTV? Was soll es alles können? Zattoo schert sich nicht um irgendwelche Vorgaben oder Erwartungen. Die Idee ist – zunächst einmal – sehr einfach und gerade dadurch brillant:
Das amerikanische Unternehmen streamt Fernsehkanäle live über das Internet. Das ist kein Video on Demand, man kann den Stream auf dem eigenen PC nicht einmal aufzeichnen. Aber dennoch ist es das größte kostenlose deutschsprachige IPTV-Angebot – spätestens seit dem 1. April, als ARD und ZDF mit Mann und Maus auf den Zattoo-Zug aufgesprungen sind.

Die Bedienung des Zattoo-Players ist denkbar einfach: Es gibt ein Videofenster und daneben eine Liste aller angebotenen Sender (neben ARD, ZDF und den dritten Programmen auch noch DSF, Das Vierte, Tele5, mehrere ausländische Sender und einige kleinere – alles in allem momentan 81 TV- und Radiokanäle. Imho ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch SevenOne und RTL Zattoo entdecken).

Per Klick auf den Sender wird das Programm im Player aufgerufen. Anhalten, zurückspulen, aufzeichnen – all das gibt es nicht. Zattoo ist Fernsehen pur, wie die Flimmerbox im Wohnzimmer, ohne irgendein Zubehör.

Die Auflösung ist in Ordnung (352×288 Pixel), aber sicher keine Offenbarung. Fullscreen ist möglich, dann sind die Fraktale trotz des h.264-Codecs im Bild aber deutlich zu erkennen. Das Programm läuft weitgehend stabil, das Streaming hat nur gelegentlich kurze Aussetzer (wobei ich auch hinter einer dicken Leitung sitze und keine Aussagen zum Streaming bei DSL 1000 machen kann) – nicht schlecht für eine Buffering-time von nur wenigen Sekunden. Für diese Leistung bedient sich Zattoo der P2P-Technologie, um nicht allein auf die Leistung der eigenen Server angewiesen zu sein.

Zattoo läuft unter Win XP und Vista, es gibt extra Versionen für Mac OS X und sogar für Linux. Neben Deutschland ist Zattoo in Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Spanien, der Schweiz und Grossbritannien verfügbar. Das Unternehmen will weiter expandieren.

Zattoo finanziert sich über Werbung – immer beim Umschalten zwischen zwei Kanälen wird ein fünf bis sieben Sekunden dauernder Werbespot gespielt, danach wird das Live-Programm des Senders aufgeschaltet und nicht mehr unterbrochen. (Weitere Informationen gibt es direkt auf zattoo.com.)

Mai 2008

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