4-seasons.tv
Wildnis, Abenteuer, Freiheit – das kommt gut an im Fernsehen. Und auch im Netz erfreuen sich Reiseblogs, -foren und -fotocommunities großer Beliebtheit. Wofür auch immer sich Menschen interessieren, da sind auch Geschäfte zu machen. Sportartikelhersteller, Reiseveranstalter und Medienunternehmen profitieren vom kollektiven Fernweh. Ein größeres Stück von dem Kuchen abhaben will auch das Hamburger Unternehmen Globetrotter Ausrüstung und startete daher Mitte Februar 4-seasons.tv.
Das IPTV-Portal bietet acht on-Demand-Channels und einen Live-Stream, der nur die Videos der Channels in loser Reihenfolge loopt. Die Themen der einzelnen Kanäle reichen von Tierfilmen über die Dokus von realnature.tv bis zu Filmen von National Geographic. Der Anteil an VJ-Produktionen ist sehr hoch, verständlich bei der Abgelegenheit der meisten Drehorte. Die Filme sind allesamt professionell erstellt.
Das momentane Highlight des IPTV-Senders ist der Film „Die Wüsten der Erde“ von Michael Martin, der schon seit vielen Jahren um die Welt reist und seinen Lebensunterhalt mit Bildbänden und Diavorträgen bestritten hat. Acht Videos zeigen derzeit die Wüsten Asiens, die Martin zusammen mit seiner Lebensgefährtin auf dem Motorrad besucht hat. Insgesamt gibt es rund 150 Videos, wie oft das Angebot jedoch wechselt, ist unklar.
Das Konzept von 4-seasons.tv basiert auf Werbung. Vor den meisten Videos ist ein kurzer Werbeclip zu sehen, ein Channel spielt nur DVD-Trailer und zu jedem Video können (auf Wunsch des Users) Produktinfos eingeblendet werden. Bei den DVD-Trailern gibt es hier die entsprechenden Filme zu bestellen, bei einer Doku über Tierfotografen Fotozubehör. Außerdem gibt es noch den Channel „Ausrüstung & Beratung“, bei dem beispielsweise Globetrotter-Mitarbeiter erklären, auf was beim Zeltkauf zu achten ist.
Praktisch: 4-seasons.tv läuft komplett browserbasiert, es muss keine Software installiert werden.
Nett: Der „Navigator“ zeigt auf einer Weltkarte die Orte, an denen die einzelnen Videos gedreht wurden. Nicht neu, Geotagging ist spätestens seit Google-Earth ein alter Hut – passt aber gut zum Konzept des Senders.
Beeindruckend: Die Ladezeit – in einem Film an eine bestimmte Stelle zu springen passiert praktisch in Nullzeit und das bei sehr guter Bildqualität.
Prominent: Die einzelnen Channels werden von bekannten Sportlern und Abenteurern angeteasert – nicht nur Wüstenfotograf Michael Martin hat sich vor die Kamera begeben, unter anderem verführen auch Profi-Kletterer Stefan Glowacz und Abenteurer Arved Fuchs den User zum Klicken.
Die Schätzung des Globetrotter-Chefs von anfangs 5.000 Zuschauern pro Tag ging allerdings nicht auf. Das Angebot existiert seit rund zwei Wochen – die Videos haben aber insgesamt noch keine 40.000 Views.
(Feb 2008)




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