Nichts ist so alt …
… wie die Zeitung von gestern, lautet das Sprichwort. Ich denke, mittlerweile sind wir ein Stück weiter und der Spruch muss lauten: Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute.
Das, was heute in der Zeitung steht, wurde gestern im Internet veröffentlicht, in Blogs wiedergekäut und in den Kommentaren verdaut (kluge Medienunternehmen bieten die Weiterverarbeitung gleich unter dem eigenen Label an und vermeiden den Umweg über die Blogs).
Ein bisschen kommt mir Steffen Büffel mit seinem Vortrag auf dem Crossmedia-Modellseminar in Klink vor wie Don Quijote im Kampf mit den Windmühlen. Seine These: Print ist tot! (oder etwas weniger plakativ: “Print, nein Danke. Die Zeitung, das Medium von vorgestern”)
In seinem Vortrag verknüpft Büffel mehrere aktuelle Studien geschickt miteinander und will Zeitungen animieren, das Internet als Chance wahrzunehmen, ihren potentiellen Lesern näher zu kommen und dem User auf Augenhöhe zu begegnen. Auch wenn er eingangs das schon etwas in die Jahre gekommene Quasi-Endzeitvideo Epic 2015 zeigt (kann man ja vorspulen ;o)), ist die Audioslideshow seines Vortrags durchaus sehenswert.
Sehr interessant hätte ich noch eine Dokumentation der anschließenden Disskussion gefunden. Der eine Fragesteller, der während des Vortrags regelrecht abgefertigt wurde, ließ tief blicken.
Den Reader zum gesamten Seminar gibt’s nett aufgemacht auch online. Ab Seite neun ist Büffels Vortrag kurz zusammengefasst.




Also lieber Franz,
wie kommst Du nur darauf? Abgefertigt wurde bei dieser Diskussion kein Fragesteller. Ich muss das wissen, ich habe das ganze moderiert. Steffen Büffel fühlte sich, glaube ich, auch nicht zu kurz gekommen im Kreise der ganzen Journalisten. Aber vielleicht fragst Du ihn mal selber. Recherche ist ja nicht nur eine journalistische Tugend
Schöne Grüße
Joachim
Lieber Joachim,
Die von Dir angesprochene Äußerung bezog sich auf die drei Zwischenfragen während des Vortrags ~ ab Minute 30,5 in der Slideshow. Leider waren in der Audiospur die Fragen nicht zu verstehen, die letzte Antwort “Das ist Wunschdenken” hat den Fragesteller jedoch plötzlich verstummen lassen. Ich kann verstehen, dass Steffen Büffel in dieser Situation etwas harsch geantwortet hat - offenbar hatte die Zwischenfrage nur wenig mit Partizipationsinteresse zu tun, was zu diesem Zeitpunkt im Vortrag behandelt wurde. Und irgendwie muss man seinen Stoff ja auch durchkriegen, ohne sich zu verzetteln.
Ich bin mir sicher, dass in der anschließenden Diskussion alles korrekt gelaufen ist. In einem moderierten Gespräch kann man ja auch etwas weiter ausholen als während eines einstudierten Vortrags, der (nicht zuletzt dank Powerpoint) einem starren Ablauf folgt und zeitlich begrenzt ist.
Und gerade deswegen hätte ich es interessant gefunden, die Diskussion mitzuerleben.
Grüße
Franz