Eigenregie bei Blaschke.tv

„Ick kann nich mehr! Können se ma bitte rechts ranfahren?“ Eine junge, adrette Frau stößt die Taxitür auf, steigt aus und schreit: „Ahhhhhhhh“. Das alles passiert in 18 Sekunden, was will uns dieses Video sagen? Das weiß das ZDF auch noch nicht, aber die User wissen es vielleicht. Beim neu aufgelegten eScript-Projekt werden die User zu Autoren einer neuen Comedy-Serie - am 27. Februar gings los.

Es geht um die Abenteuer des Hubertus Blaschke, der als Chauffeur eines Luxus-Hotels jobbt. Dabei manövriert er sich in die absurdesten und ausweglosesten Situationen hinein. Sein Chauffeurs-Kollege Lutz versucht sich hingegen als Drehbuchautor und will unbedingt sein Manuskript „Die Sache mit Laura“ an den Mann bzw. Frau bringen. In jeder Folge wird darüber hinaus ein Promi in einem Gastauftritt sich selbst spielen - in der ersten Folge ist es Jenny Elvers-Elbertzhagen. Dabei wird der jeweilige Star von einer ganz neuen Seite gezeigt. Einzige Bedingung: Schwarzer Humor, der zum Nachdenken anregen soll…

„Jenny kommt verstört und verängstigt ins Hotel. Blaschke und Keiler, die noch in der Lobby stehen, sehen sie schon, als sie durch die Tür kommt. Sie hasten auf sie zu und wollen natürlich sofort wissen, was passiert ist. Sie stammelt etwas von einem seltsamen, fremden Mann, der mit einem Schild am Straßenrand stand auf dem geschrieben war: Jenny, ich weiß wo du bist, ich beobachte dich … Jetzt hat Jenny Angst und bittet verwirrt, Blaschke solle den Mann finden.“

So hört sich der erste Vorschlag des Blaschke-Autors „Frankie“, wie es nach dem Schrei weitergehen könnte. Geschrieben wird in einem Weblog. Es gibt aber noch mehr Leute, die sich Gedanken gemacht haben, ein Kamasutra-Kurs wird vorgeschlagen und gleich eingeräumt, dass das vielleicht etwas zu gewagt fürs ZDF-Programm ist.

Damit die User nicht ganz im Dunkeln tappen und an den Vorstellungen der Redaktion vorbeischreiben, gibt es kleine Fragestellungen, die den User anleiten. „Vorstellbar, dass User Generated Content auch nach Abschluss der Drehbuchentwicklung bei „blaschke.tv“ eine Rolle spielt. So könnte aus „eScript“ leicht „eProduction“ werden“, so die Redaktion.

Schon einmal konnten User mitdiskutieren und mitschreiben, und zwar an Samstagskrimis der “Wilsberg”-Reihe. Im Was sich da noch per Email und im Textforum mit schlichtem Design abspielte, geschieht heute bei “blaschke.tv - dein eScript” mit Einsatz aller Medien. User können nicht nur ihre Geschichten schreiben, sie können auch Fotos und Videos uploaden, in denen sie einzelne Szenen gleich mit eigenen Mitteln umsetzen.

Unter den ersten Kommentaren findet sich aber auch der eine oder andere kritische Ton: „Gregor“ lobt zwar das Konzept und den Ansatz, wirft „aber der guten alten Tante ZDF“ Trägheit vor. Zu wenig Interaktion mit dem User, sodass das Projekt schneller richtig aufblühe, zu wenig Belohnendes, sodass die User-Autoren am Ball bleiben.

Hier sehen, wie es weiter geht mit Hubertus Blaschke …

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