Videos bitte nicht mit Gewalt
Learning-by-doing ist das Motto, dem sich viele Tageszeitungen verschrieben haben, um auf ihren Websites mit bewegten Bildern zu experimentieren. Das ist auch gut so, denn so sind bei einigen Titeln schon sehr interessante Formate entstanden. Was ich heute entdeckt habe, schreit allerdings eher nach einem absoluten No-Go. Die Videos der Tageszeitung Neckarquelle .
Deren Videoportal beweist gerade beispielhaft an allen Ecken und Enden, wie man es nicht machen sollte. Es fängt harmlos an, denn das Videoportal ist leicht zu finden und zu navigieren. Schön denkt man und klickt sich durch das Angebot. Man verzeiht verwackelte Totalen ohne Stativ, drückt ein Auge zu, weil das Bild im Raum mit der Neonröhre einen Blaustich hat. Nerviger wird’s, wenn die Lautstärke vom Ton im Off ständig bedenklich schwankt oder übersteuert, wenn langweilig geschnittene Sequenzen den Beitrag inhaltslos in die Länge ziehen, oder wenn man die interviewte Person nicht erkennt, weil sie im Bild ausgerechnet in die blendende Sonne gesetzt wurde. Den absoluten Abschuss, findet man im Beitrag über Günther Öttinger. Der Ministerpräsident bewegt die Lippen beim Interview, herauskommen tut aber ein ganz anderer Ton.
Als ähnlich peinlich empfinde ich die Pre-Roll Werbung vor diesem wenig närrisch anmutendende Faschings-Video. Ich unterstütze voll und ganz regionale Versuche von Video-Werbung, klar sieht das nicht so perfekt aus wie auf RTL und Co, aber diese Version hat den Begriff Werbung nicht verdient. Wobei, das ist so schlecht, dass es schon fast wieder kultig ist.
Man muss der Redaktion lassen, dass sie eine beachtliche Zahl an eigenen Beiträgen am Tag (bis zu fünf Stück) produziert und auch gerade bei den Faschingsveranstaltungen wurde ein bemerkenswertes Durchhaltevermögen an den Tag gelegt. Aber sollte man die dafür verwendete Energie doch weniger in die Quantität, statt in die Qualität stecken. Die Themen lieber sinnvoll aussuchen und aufbereiten, als nur dabei sein und draufhalten. Oder vielleicht mal in ein neues Mikro investieren und eine Bildschulung für den Kameramann, damit könnte man schon was retten.
(Ich verstehe auch nicht, warum sich die Videos - linkt man sie direkt an - im Windows Media Player abgespielen, klickt man sich hingegen durch das eigentliche Videoportal öffnen sich alle Videos in flash. (?)




Ja, also echt unglaublich diese Videos. Wenn man nicht wüsste, dass es ernstgemeint ist, wäre es echt zum Schepplachen, vor allem die Werbung. Schuster bleib bei deinen Leisten, kann ich da nur empfehlen, Zeitungsmacher sollten nicht auf Biegen und Brechen TV machen.
naja, sie sollten zumindest vorher mal jemand fragen, der sich damit auskennt, dingelingeling
Find ich nicht. Auch die Profis machen teilweise grotten schlechtes Zeug. Da sollte man sich nicht auf die Neckarquelle einschießen. Außerdem gebührt so kleinen Redaktionen erst mal Respekt dafür, dass sie sich an Bewegtbild wagen.
Ich finde es auch gut, dass man ausprobiert und sich versucht, ganz klar, gerade als Medium das mit dem Thema Film noch nicht viel am Hut hatte. Allerdings haben sich auf dem Portal sehr viele Fehler journalistischer, technischer und auch filmischer Art eingeschlichen, dass man den Video-Auftritt als Qualitätsmedium Tageszeitung nochmal überdenken sollte.