Die Bundesliga stürmt das Internet
Längst haben sich Fußball-Übertragungen im Fernsehen einen festen Platz gesichert. Aber auch im Internet wird den Fans mittlerweile eine bunte Palette an Bewegtbildern aus aller Welt geboten. Einige Bundesliga-Vereine nutzen bereits die Möglichkeit, ihre Spiele in Ausschnitten, aber auch in voller Länge dort anzubieten – und damit Geld zu verdienen.
Mit Beginn der Rückrunde am 1. Februar schalten mit den Zweitligisten Alemannia Aachen und 1860 München zwei weitere Klubs einen eigenen Video-Kanal im Internet frei. Dort wollen sie zeitversetzt auch komplette Meisterschaftsspiele zeigen. Das ist möglich, weil die Verwertungsrechte der Bilder der eigenen Partien nach Spielschluss bei den Klubs liegen.
Auch exklusive Interviews und weitere Hintergrund-Berichte rund um den eigenen Klub sind teilweise im Angebot enthalten. Bisher haben schon 14 Vereine aus der ersten deutschen Liga und zehn aus der zweiten ähnliche Angebote zum Beispiel Schalke TV bei Maxdome. Nur die Erstligisten Hannover, Duisburg, Bochum und Nürnberg bieten noch keine Videos, wollen aber in Kürze nachziehen.
Wer als Fan seine Lieblinge im Internet sehen will, muss dafür allerdings bezahlen. Die Preisspanne für Abonnements mit Spielen in voller Länge liegt aktuell zwischen 34,99 und 47,88 Euro im Jahr. Produziert werden die Inhalte nicht von den Vereinen oder den Redakteuren der klubeigenen Websites, sondern von Dienstleistern wie Plazamedia.
Im Ausland ist die Kultur des Klub-TV im Internet weiter verbreitet. Vereine wie Manchester United verbreiten etwa Nachrichten von Spielerkäufen zuerst über das eigene Angebot – und locken so Nutzer an, die bereit sind, dafür Geld zu zahlen. Doch die Produktion ganz in die Hände der Vereine und seiner Dienstleister zu legen, birgt Gefahren für den Journalismus.
Zu befürchten ist eine Berichterstattung mit rosaroter Vereinsbrille und die Beschneidung der Journalisten, sobald Nachrichten zuerst im eigenen Internet-Angebot der Vereine präsentiert werden. Einen Vorgeschmack könnte es bald bei Bayern München geben: Dort ein Pool von Journalisten „mit Priorität“ entstehen, mit dem zusammengearbeitet werden soll.
Eine Auflistung aller Video-Angebote der Bundesliga-Klubs bietet Sportbild.de




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