Wanted: Der kostengünstige 360-Grad-Produzent

Wanted: Der kostengünstige 360-Grad-Produzent

Dr. Dirk Kleine, Geschäftsführer der ProSieben Tochter SevenSenses, gibt der eierlegenden Wollmilchsau im Video-Journalismus einen neuen Namen: Der 360-Grad-Produzent. In der blauen Stunde der Bayerischen Akademie für Fernsehen spricht er über die Entwicklung von Web-TV bei ProSiebenSAT.1 Media.

SevenSenses ist zuständig für digitales Fernsehen der ProSiebenSAT.1 Media AG. Hier inszeniert und vertreibt man die Videos des Konzerns auf Plattformen wie Maxdome, myvideo.de, der Prosieben Website oder Itunes. Genauso vielseitig wie die Ausspielwege sollen auch die filmenden Mitarbeiter der neu gegründeten Abteilung für „New Media“ Formate sein. Dazu gehört: neue, kurze und ansprechende web-fähige Videos konzipieren, filmen, schneiden, vertonen. Auch mal Backstage-Reportagen von „Popstars“ mit dem Handy filmen und dabei das Gespür für das richtige Geschäftsmodell entwickeln. Vor allem aber auch für alle Plattformen mitdenken und produzieren zu können.

Kleine betont die unterschiedlichen Wege der Produktion für unterschiedliche Portale im Web. Die Länge der Video-Beiträge entscheide zum Beispiel nicht zwingend das inhaltliche Format, sondern die Plattform und Umgebung auf der es gezeigt wird. Maximal drei Minuten seien sinnvoll bei Beiträgen auf MyVideo, beispielsweise mit markanten Schnipseln von einer Show. Zehn Minuten für einen Zusammenschnitt der ebenselbigen seien Optimum für das Video auf den Seiten von ProSieben.de und auf Maxdome erwartet der User dann die komplette Show zum Nachschauen.

Show ist auch das richtige Stichwort, um die inhaltliche Ausrichtung der Online-Videos des Senders zu beschreiben. Entertainment, Serien, Unterhaltung. Eben auch der Stil des „echten Fernsehen“, bei der Gewichtung in der Online-Umsetzung aber noch extremer und dominanter vertreten. Wo sind die Rubriken Information, Hintergründe, Journalistisches? Wie auch immer, in Sachen Refinanzierung, Werbeerlöse und Geschäftsmodelle für Web-TV kann man noch was lernen. Erste Erfolge haben sich nämlich schon eingestellt, Dirk Kleine spricht von 9 Millionen Video-Nutzern auf allen online Ausspielkanälen des Konzerns. Besonders das „Erlösmodell“ Schalke-TV zieht Neukunden an. Den nächsten Coup will man in den kommenden Monaten mit verstärkter Präsenz auf dem Handy-TV erzielen. Es sind „Abo-Modelle“ vorgesehen, bei denen man mit dem Handy-Vertrag für fünf bis zehn Euro zusätzlich regelmäßig Videos von ProSiebenSAT.1 Media beziehen kann. „Wir sagen nicht billig. Wir sagen kostengünstig.“

Ein Kommentar bei “Wanted: Der kostengünstige 360-Grad-Produzent”

  1. […] Dirk Kleine, Geschäftsführer der ProSieben Tochter SevenSenses, sagte kürzlich in der blauen Stunde der Bayerischen Akademie für Fernsehen, dass 90 Prozent des eingesendeten Contens nicht […]

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