BBCs „Video Nation“ wird 15

BBCs „Video Nation“ wird 15

Früher sprach man noch von Zuschauerbeteiligung, heute muss es natürlich englisch sein: User Generated Content heißt jetzt das Zauberwort der Medienwelt 2.0. Genau genommen ist UGC aber noch ein bisschen mehr als nur via TED den Wettkönig zu bestimmen, die Zuschauer werden richtig aktiv und produzieren selbst Beiträge.

Doch was so revolutionär und modern klingt, ist in Wirklichkeit längst den Kinderschuhen entwachsen und mitten in der Pubertät. Die Rede ist von der BBC Aktion „Video Nation“, die mittlerweile 15 Jahre auf dem Buckel hat, aber voll im Trend liegt.

Unter dem Motto „Your news & experiences on camera & online“ bekommen hier Ottonormalbriten vom öffentlich-rechtlichen Sender einen Camcorder zur Verfügung gestellt, um das zu filmen, was sie im Alltag beschäftigt. Sie können so ihre eigenen Filme produzieren, die dann professionell von BBC-Mitarbeitern geschnitten werden.

1993 wurden die kurzen Filme zunächst immer vor den BBC2-Nachrichten ausgestrahlt. Seit dem Jahrtausendwechsel wird nun im Internet gesendet. Und das Projekt ist erfolgreich, in den ersten zehn Jahren wurden stolze 1300 Videos produziert und veröffentlicht.

Alles wird zum Thema

VideonationDamit so viele Briten wie möglich daran teilnehmen können, gibt es mittlerweile 33 regionale „Video Nation“ Teams, die den Usern mit Rat, Tat und Kamera zur Seite stehen. Dazu gibt es auf der Website Tipps zum Filmen. „Video Nation“ hat sich über die Jahre zu einem richtigen Netzwerk gemausert.

Die Menschen, die hier teilnehmen, sind aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten. Die Themen, die die Menschen in ihrem Alltag beschäftigen, sind genauso vielfältig: von stressigen und außergewöhnlichen Weihnachtsfeier bis hin zu Teenagern, die über ihr Leben berichten. Besondere Themen wie der Irak-Krieg werden von den einzelnen BBC-Sendern extra gefeatured und ausgestrahlt – auch als Audio im Radio.

Das Beispiel der BBC verdeutlicht drei Sachen: Die aktive Beteiligung des Zuschauers und Users ist keine Erfindung des Web 2.0 - das Internet und neue Techniken haben sie lediglich vereinfacht und als UGC zum Trend gemacht. Außerdem ist Video Nation“ ein gutes Beispiel für die Verwendung von Gebührengeldern, die hier direkt der Bevölkerung zu Gute kommen. Zu guter letzt zeigt es auch, dass Journalisten gut mit ihren Rezipienten kooperieren und vom hohen Medienross heruntersteigen können.

2 Kommentare bei “BBCs „Video Nation“ wird 15”

  1. Ottonormalbriten, nice one ;)

  2. […] in ganz Europa für gute Ausbildung in Fernsehen, Radio und Journalismus bekannt. Passend zur Video Nation und anderen UGC-Angeboten bietet der Britische Sender seit einiger Zeit Lehrinhalte als gut […]

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