Ver.di startet Web-TV-Format
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat mit Streik.tv ein regelmäßiges Web-TV-Angebot gegründet. Wolfgang Pieper, Vorstandssekretär von ver.di und verantwortlich für Streik.tv, hat mit websehen über Formate, Ziele und erste Reaktionen gesprochen.
„Mit Streik.tv testen wir, wie wir das Netz für unsere Arbeit nutzbar machen können“, erklärt Pieper. Vorerst jeden Donnerstag soll eine neue Ausgabe erscheinen, in der anfangs schwerpunktmäßig über den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst berichtet wird. Es ist jedoch bereits angedacht, die Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern im Einzelhandel mit ins Programm aufzunehmen, so Pieper. Auch wenn das Magazin noch recht ungeschliffen daherkommt, muss man ver.di doch zu dem Mut gratulieren, solch ein Format von Anfang an „heiß“ zu testen.
In erster Linie richtet sich die Sendung an Gewerkschaftsmitglieder, die von den Tarifkonflikten direkt betroffen sind, so Pieper. Den Machern geht es aber auch um die Außenwirkung, sie möchten Journalisten und politisch Interessierte über ihre Aktionen informieren. Das Web-TV-Magazin biete den Verantwortlichen eine bessere Möglichkeit, die Gewerkschaftsmitglieder direkt zu informieren, erklärt der Vorstandssekretär. Im Gegensatz zu der Mitgliederzeitung „publik“, die in der Aktualität beschränkt sei, ist Streik.tv nicht an bestimmte Erscheinungsrhythmen gebunden.
Der wöchentliche Turnus ist lediglich für die Anfangsphase festgelegt. Sollten am Tag nach der Sendung etwa in einer Tarifrunde wichtige Entscheidungen fallen, würden die entsprechenden Beiträge des Magazin ausgetauscht, so Pieper. Im Laufe der Zeit könnten bis zu fünf Ausgaben pro Woche erscheinen, unter Umständen auch mit vielfältigen Schwerpunkten. Dann würden auch weitere Freie angeheuert werden. Momentan hat Ira Wedel, die schon für das RBB-Magazin Polylux gearbeitet hat, die Chefredaktion inne. Kathrin Bräuer ist vorerst Moderatorin im Studio und Redakteurin vor Ort in Personalunion.Als Web-Format bietet Streik.tv auch Möglichkeiten zur Interaktion. Die einzelnen Beiträge können kommentiert werden. Ebenfalls ist ein Blog zum Projekt angedacht und die User sollen selbst Videos hochladen können, berichtet Pieper. Die ersten Reaktionen seien ermutigend. Neben Lob für die Idee und die Umsetzung gab es unter anderem auch die Kritik, dass beispielsweise die Forderungen der Auszubildenden in der ersten Sendung nicht erwähnt wurden. Ein Punkt, der aufgrund der Kommentare in der nächsten Ausgabe behandelt werden soll.
Laut einem Vorabbericht auf heute.de soll „die Machart der Filmbeiträge […] modern und jugendlich sein“. Abgesehen vom Alter der engagierten Redakteurinnen ist davon leider noch nicht viel zu bemerken. Ermutigend ist dagegen der Wille der Macher, mit ihren Zuschauern in einen Dialog zu treten und Anregungen aufzugreifen.




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