Kino-Vorschau aus dem Web
TV Movie, die Fernsehzeitschrift, die auch bisher ein Händchen für kluge Ideen rund um Web-TV hatte, hat kurz vor Weihnachten ein neues Angebot ins Leben gerufen: Einmal pro Woche stellt Ester Barone in wenigen Minuten einige ausgewählte Kino-Neustarts vor.
Die Zutaten sind einfach: Die Trailer der Filme, ein paar Informationen zur Handlung, eine Moderatorin, die sich einigermaßen artikulieren kann und ein Camcorder - fertig ist ein kluges Web-TV-Format, das Kinoenthusiasten über die wichtigsten Neuerscheinungen auf dem Laufenden hält. Die Möglichkeit, den Videocast via iTunes oder RSS zu abonnieren, tut sicher ein übriges, die Zielgruppe an die Marke zu binden.




Ein bisschen länger ist da schon NowOnScreen auf dem Markt. Die machen vom Prinzip ein sehr ähnliches Angbeot, haben sich aber nicht an eine einzige Marke wie TV Movie gebunden, sondern bieten ihr Angebot als Kino-Kanal to go an. So findet man den NOS Kino-Channel mittlerweile bei vielen Tageszeitungen als Service-Angbeot auf der Website. z.B. beim Westfalen-Blatt oder beim Schwarzwälder Bote. Das Besondere: Individuell für jede Zeitungsmarke wird das Logo eingepasst und die Modertorin stellt am Anfang der Trailer das Angebot als den Zeitungseigenen Kino-Kanal vor.
Was ist an diesem Format “klug”? Hier werden Pressetexte zu Moderationstexten umgeschrieben und von einer hübschen Frau passend zu den Trailern vorgetragen. Das ist preiswert. Zugegeben. Aber ich bekomme keine kritische Einordnung, keine journalistische Leistung. Was TV Movie da macht, ist Werbung. Sonst nichts. Und wem das reicht, der darf auch gerne über 17 Euro GEZ jammern. Mir reicht das nicht.
@Julia: NowOnScreen kannte ich vorher noch nicht. Sieht sehr schön aus. Angenehm ist auch, dass die schon einen FlashPlayer verwenden und nicht noch das MediaPlayer-Plugin. Die Wochenübersicht hat mir persönlich zwar nicht so gut gefallen (fand ich etwas sehr gehetzt), dafür sind die Einzelkritiken sehr schön aufbereitet. Gerade die Interviews mit Regisseuren und Darstellern machen das interessant.
@Thomas: Du hast recht, die journalistische Leistung ist quasi null - aber warum auch nicht? Das Magazin informiert in wenigen Minuten über die 2-3 Top-Filme der Woche, dank RSS kann man sich - entsprechende Hardware vorausgesetzt - den Clip auch unterwegs ansehen und das Medium Video passt allein schon wegen der Trailer perfekt.
Für die Redaktion ist die Herstellung preiswert, der User hat seinen Nutzen und wird wahrscheinlich wieder kommen - imo ein kluges Format.
Wer gerne eine volle Rezension lesen möchte, bevor er sich für einen Film entscheidet, gehört sicher nicht zur Zielgruppe, wie Du schon erkannt hast - ich für meinen Teil war aber schon rund ein halbes Jahr nicht mehr auf filmstarts.de (jammere aber trotzdem nicht über die GEZ ;o)).