Von der Online-Plattform zum Sendeformat
Du hast was zu sagen, dann sag’s bei der BBC. Die hat jetzt ihre Online-Plattform “Have your say”, die die Anfänge des partizipativen Journalismus auf der Website darstellte, auf ihre anderen Kanäle erweitert. “Have your Say” gibt es jetzt global bei BBC World im Radio und ab und zu auch im TV.
Im “World Have Your Say”-Weblog wird jetzt weltweit zur Diskussion aufgerufen. Für die tägliche Radiosendung wird das Thema morgens im Blog verkündet, unter den einkommenden Kommentaren werden die Talkgäste für die Sendung ausgewählt. Regelmäßig schafft es Have Your Say auch ins Fernsehen. Da wird in einem einstündigen “global phone-in programme” über Themen diskutiert wie Irakkrieg oder ob Entdecker ihr Leben riskieren, wenn sie den Weg zum Nordpol antreten.
Wer die Sendung verpasst hat oder kein BBC World empfangen kann, kann sich die Sendungen auf der BBC-Website nochmal im Stream anschauen oder in den Podcast reinhören. Während Diskussionsprogramme im Radioalltag nicht wirklich ein neues Format sind und Call-in-Shows in der deutschen Fernsehwelt meist nur 9Live-Charakter haben, ist “World Have your Say” doch ein Zeichen dafür, dass User Generated Content auch für TV relevant ist, wenn er nicht mit Bildern kommt.
Der Bedarf über Themen zu reden, scheint nach wie vor groß. Der Vorteil der BBC ist eindeutig die Sprache, schließlich können sich auf englisch die Menschen weltweit zu Wort melden. „Wir bekommen 10.000 E-Mails am Tag dazu die ganzen Kommentare”, sagte BBC-Editor Matthew Eltringham gegenüber Websehen. Die Erfahrung der Interactive-Redaktion ist außerdem, dass sich vor allem Amerikaner zu Wort melden, vermutlich weil sie den Glauben in die eigenen Medien verloren haben.
Die Kommentare, die in den TV- und Radiosendungen zu Wort kommen, haben aber auch darüber hinaus Relevanz für die journalistische Arbeit. “Wenn man die alle durchliest, bekommen wir am Ende eine Hand voll relevanter Geschichten, die wir nicht nur für Online, sondern auch für TV und Radio nutzen”, so Eltringham - Geschichten, aber auch Augenzeugen und O-Töne von Betroffenen, die die Qualität des journalistischen Angebots steigern. “Bis man die hat, kostet es allerdings jede Menge Zeit und Aufwand.“




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