Product Placement in Online-Videos
Eine erfreuliche Nachricht verkündete bereits am Montag (8.) der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM): Der deutsche Online-Werbemarkt wächst und wächst und wächst. Banner und Popups sorgten für einen Umsatz von 627 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen – im Vergleich zu 2006 ist das ein Plus von 68 Prozent.
Während Banner und Popups inzwischen aber zu den Litfasssäulen unter den Online-Werbemöglichkeiten zählen, werden auch kurze Filme inzwischen gerne zu Werbezwecke eingesetzt - sei es vor einem Videoclip oder als kleiner Screen direkt in einem Artikel.
Während die meisten Werbungen offensichtlich positioniert werden und wieder andere dem Nutzer penetrant ins Auge springen, schleicht sich in der Online-Branche auch ein bereits bekannter Werbetrick ein: Product Placement oder deutsch: Schleichwerbung. In Hollywoodstreifen ist die geschickte Inszenierung von Produkten längst Gang und Gebe. Product Placement soll jetzt auch im Netzt Einzug halten und damit auch dem einzelnen User eine Möglichkeit bieten Geld zu verdienen. Brandfame.com ist die erste Online-Agentur, die jetzt auch Online-Filmproduzenten und Anzeigenwillige zusammenbringt – schließlich ist der Online-Werbemarkt heiß umkämpft und der ein oder andere User nicht nur zum Spaß im Web 2.0 unterwegs – wenn auch laut Ralf Stöckl (ZIM v. d. LMU) das Gros der Web 2.0-User mehr aus privatem Vergnügen als aus wirtschaftlichen Interessen Content produziert.
Und wie funktioniert Brandfame?
Jeder, der eine Kamera hat, kann seine Produktionskasse aufbessern, indem er Markenprodukte sichtbar in seinem Film platziert. Der Producer muss dann bei einer der acht von Brandfame unterstützen Video-Sharing-Portalen ein Benutzerkonto haben und sich nur noch einen Account bei Brandfame einrichten. Dann kann der Nutzer seine Inhalte entweder den Advertisern anbieten oder direkt nach Produkten suchen, die in Form von Schleichwerbung zum Video passen und dem Advertiser ein Angebot machen.
Dass Product Placement durchaus ein Thema für selbst produzierte Online-Videos sein kann, haben die Cola-Mentos-Experimente bewiesen. Coka Cola war über die Verunglimpfung seiner Marke nicht erfreut, Mentos hingegen umso mehr und rief zu einem Kreativwettbewerb auf, indem das beste Cola-Mentos-Video honoriert wurde. Hierbei handelte es sich zwar nicht um Product Placement, aber die Experimente zeigten den Produktherstellern das Potenzial von selbst gedrehten Online-Videos auf.
Eine andere Form von Product Placement richtet sich an die Firmen, die ihre Marken publik machen wollen. Floaded.com ist die im September neu gelaunchte Plattform der Film-Produktionsfirma „teamWorx/UFA“ und des Medienunternehmens „Gruner + Jahr“. Floaded ermöglicht es den Markenanbietern durch „Brand-Layer“-Technik ihr Produkt in Filmen in Szene zu setzen. Findet der User Interesse an einem der vorgestellten Produkte, kann er sich mittels interaktiven Fadenkreuzes zu weiteren Informationen oder zur dazugehörigen Website klicken. Floaded legt dabei auf den professionellen Look der Filme wert. Erste Kunden von Floaded waren beispielsweise Canon, Michelin oder Mercedes-Benz.




… und dann noch virales Marketing als selbstfahrende Maßnahme mit in den Topf, gut umrühren, abwarten und auf Erfolg hoffen.