Video Hyperlinking

Schon vor einem Jahr schworen die ersten Videojournalisten auf Video Hyperlinking – als noch niemand wusste, wie diese Technik einmal aussehen könnte. Jetzt hat das kalifornische Startup „Asterpix“ eine erste Kostprobe ihrer neuen „Hypervideo“ genannten Technologie veröffentlicht.

In Hypervideos können die Autoren Objekte – Gegenstände, Menschen, etc. – mit so genannten „Hotspots“ versehen. Diese werden wahlweise durch kleine pulsierende Kreise oder gestrichelte Rechtecke markiert, die dem Objekt durch den Film folgen und den Zuschauer auf einen im Video versteckten Link aufmerksam machen. Fährt der Betrachter mit der Maus über den Hotspot, wird der Film angehalten und es öffnet sich ein kleines Fenster, mit einigen wenigen Informationen und dem eigentlichen Link. Diesen kann man anklicken – dann wird der Film angehalten und der Link erscheint in einem Popup. Oder der Cursor verlässt die Mouseover-Area, dann wird der Film fortgesetzt.

Für die von Asterpix entwickelte Technologie braucht der User keine zusätzliche Software installieren. Sie lässt sich mit gängigen Flash-Video-Formaten wie etwa denen von Youtube kombinieren. Die Hyperlinks werden gleichsam in einer unsichtbaren Schicht über dem Video als Metainformationen hinterlegt und bei Bedarf abgerufen. Ungünstig ist allenfalls die scheinbare Notwendigkeit, mit Popups zu arbeiten, da doch sämtliche aktuellen Browser über Popup-Blocker verfügen. Ein simples „blank“-Fenster wäre da besser. Auch andere Unternehmen versuchen sich an dieser Technik.

Auf der einen Seite ermöglicht Hypervideo gänzlich neue Formen des Storytellings in Videos – Informationen stärker gerafft und auf den Punkt gebracht. Wer mehr Infos möchte oder nicht den entsprechenden Hintergrund hat (denn wer außer Surfern kennt schon Mike Parsons), kann den Film mit ein paar zusätzlichen Klicks trotzdem verstehen. Und nicht zuletzt steht nirgends geschrieben, dass man aus einem Video nur auf eine Textseite verlinken darf. Untereinander verlinkte Videos – vom Extremsport zum Interview mit dem Athleten und wieder zurück – werden wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Eine weitere große Chance – und auch ein Risiko – ist per Hotspot in Videos eingebrachte Werbung. Jedes Objekt in einem Video, das für Unternehmen einen Werbewert hat, könnte per bezahltem Hotspot zur Firmenseite linken. Schuhe zu Nike, Autos zu BMW, Armbanduhren zu Swatch, Sonnenbrillen zu Ray Ban, mp3-Player zu Apple, die Liste ist endlos. Fragt sich nur, wie sinnvoll Hypervideo noch ist, wenn der User nicht zwischen Werbe- und „echtem“ Link unterscheiden kann – oder wenn er vor lauter Links den Hypervideo nicht mehr erkennt.

Via r73.net und newteevee.

6 Kommentare bei “Video Hyperlinking”

  1. Also ich finde die Technik schon nicht schlecht, ich denke mal an der Einbindung ins Video kann man noch arbeiten. Es sollte halt so sein, dass das Video nicht gestört wird. Gerade in einem Video wie dem hier, ist es ja logisch wo Links platziert sein sollten. Ich bin gespannt wie es weiter geht.

  2. Hm, interessanter wäre es ohne die grafische Untermalung, einfach weil der User dann die Möglichkeit hat selbst Sachen zu entdecken und man - wenn man keinen weiterführenden Links folgen möchte - trotzdem nicht im Konsumgenuß gestört wird.

    Natürlich absolut undenkbar im Moment weil einfach kein User erwartet das er diese Möglichkeit hat, aber sobald die breitere Masse diese Technik nutzt imho noch einen Tick besser. Ich schau mir einfach das Video an und wenn ich mich frage wer der Typ ist der da surft klick ich auf ihn drauf, ohne die ganze Zeit von dem nervigen Rahmen drauf hingewiesen zu werden *g

  3. Ganz ohne optischen Hinweis wird es (zumindest anfangs) sicher nicht funktionieren. Ich persönlich finde den Punkt aber auch um einiges besser als den Rahmen - mittels der Schaltfläche “Style” kann man wählen: Rahmen, Punkt oder keine Markierung.

  4. Spannende Sache. Ich überlege gerade wie man damit dann am besten redaktionell umgeht. Z.B. ein Video von einem politischen Gipfeltreffen. Jeder Politiker, der zu sehen ist, wird mit einem Hyperlink belegt. ABER: Was erfährt man da jetzt genau? Nur Name und Position? Der Text der gesprochen wird zum Lesen? Hintergrundinfos zur politischen Stellung? Kommentare? Der Link zu dessen Website? Verweis zu anderen passenden Beiträgen?

    Das hat echt Potential!! Aber ich glaub man muss sorgfältig aufpassen, welche Infos da wirklich reinkommen, bevor es unübersichtlich wird bzw. sinnlos und man es genauso gut weglassen könnte.

  5. ajo. der bringer ist das aber nicht. textlinks in videos. naja.

  6. […] Prinzip ist das gleiche wie bei Asterpix, deren Hypervideo-Technologie wir im vergangenen Herbst vorgestellt haben. Gerade für Werbung und Storytelling eröffnen sich dadurch ungeahnte […]

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