Videos ja bitte - aber bitte ohne Gewalt
Umso multimedialer ein Beitrag, desto besser? Falsch. Videos sind nicht immer die beste Lösung, um mit Multimedialität im Internet journalistisch zu punkten. Ein integriertes Video im Beitrag heißt nicht automatisch, dass das eine Bereicherung für Text und Inhalt ist. Oft lenken schlecht produzierte oder thematisch unpassend gewählte Flimmerbilder nur vom eigentlichen Thema ab. Wo das der Fall ist? Hier ein paar neue Beispiele.
Nicht jedes Thema eignet sich für ein Video
Mit Blogcasting ist einer neuer Videocast gestartet, der einmal wöchentlich alles rund um Blogs und Podcast im Video-Format abdecken möchte. Die erste Folge beschäftigt sich ausschließlich mit den ersten Ergebnissen der ARD/ZDF Online Studie 2007. An der technischen als auch gestalterischen Umsetzung des Beitrags gibt es nicht viel zu meckern, aber ich frage mich: ist es wirklich sinnvoll ein Video zu so einem Thema zu aufzusetzen? Sobald es um Studien und damit um viele Zahlen geht versucht man ja gerade bei Videoberichterstattung einen Bogen zu machen und vordergründig nur die wichtigsten Ergebnisse zusammenzufassen, optimal auch mit Hilfe einer Grafik zu verdeutlichen. Den Inhalt von diesem Beitrag – so schön geschnitten er auch ist – könnte man mit Hilfe eines kleinen Textes um einiges besser und vor allem schneller erfassen. Der Mehraufwand Videoproduktion deckt sich in diesem Fall nicht mit dem Mehrwert für den Nutzer.
Video via Ifranz
Nicht immer ist ein “Anchorman” sinnvoll
Eine Moderation soll durch ein Program leiten, gibt einen roten Faden, ist interessant bei der Beobachtung und kann ansprechend erklären. Gründe warum bei verschiedenen Nachrichtenüberblicken auch im Internet die Clips moderiert werden (z.B. welt.de). Allerdings können solche Moderationen auch äußerst störend sein und eher zum Wegklicken animieren als zum Weiterschauen. In dem negativen Beispiel schielt der Moderator unsicher nach seinen Notizen, erklärt umständlich und zu lange Sachverhalte, die man besser mit Bildern oder Texten hätte darstellen können.
Trägt das Video nicht zum Verständis bei - Weglassen!
Das Video auf dieser Seite von mac-essentials, wird als einer der ersten dokumentierten Testläufe des neuen Apple-TV angepriesen. Vom eigentlichen Test ist darin allerdings nichts zu sehen. Man sieht nur wie die beiden Tester in schlechter Bild und Tonqualität über das Produkt philosophieren und ihre Ergebnisse zusammentragen. Einzige Abwechslung: Zwischendurch sind ein paar Screenshots der Apple-Website zu sehen und einmal wird das Gerät selbst ins Bild gehoben. Wenn man nur so ein Video beisteuern kann, sollte man besser darauf verzichten. Im Text lassen sich zum Beispiel durch Stichpunkten die Vor-und Nachteile des Tests übersichtlicher abwiegen. Screenshots kommen durch eine Bildergalerie oder Fotos im Text ebenfalls besser zur Geltung, als kurz eingeblendet in einem viel zu langen und wuchtig hervorgehobenem Videobeitrag.
Videos dürfen nicht wie Fremdkörper wirken
Das sagt Matthias Kretschmer in seinem Blog Print to Internet.
In der Regel werden die Videos in einem separaten Video- oder Multimedia-Bereich abgelegt und nicht mit korrespondierenden Artikeln, Bildergalerien oder Umfragen kombiniert. Das ist ungefähr so, als würde man in der Zeitung erst alle Texte abdrucken, dann alle Fotos und abschließend alle Infografiken. Der User muss in solchen Fällen auf der Site von Sektion zu Sektion springen, wenn er sich zu einem Thema umfassend mittels Text und Video informieren möchte.
Onlinejournalismus.de hat diese These noch weiter verfolgt.
Weitere Beispiele folgen.





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