Websehen über Astra: UPromTV sagt “Du bist TV”

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UPromTV ist die erste unabhängige deutsche online Video-Plattform mit eigenem zugehörigem Fernsehsender. Das Prinzip: Im Internet eigene Videos hochladen, bewerten lassen und die besten werden dann via Astra im traditionellen Fernsehen ausgestrahlt. Das Motto der Plattform ist “Du bist TV” und soll zum Mitmachen in den Rubriken wie “Fun & Comedy”, “Musik”, “Doku”, “Reporter”, “Reise” oder “You” animieren. User Generated Content regiert dabei den Sender - Die Möglichkeit zu einer “Fernsehkarriere” hat jeder. Die Community und eine interne Jury bestimmen, welche Clips den Weg vom Websehen auf den UProm Fernsehkanal schaffen.

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Nick Riegger, Geschäftsführer von UProm.TV, erläutert heise.de, sein Unternehmen biete mit UProm.TV “einer immer reger werdenden Video Community Raum über das Web hinaus, sich und ihre Werke zu präsentieren”. Das Interesse an selbst kreierten Videos sei sehr groß, wie der Erfolg vieler Videoseiten im Internet beweise. Mit UProm.TV werde das Fernsehen “um eine soziale Komponente” erweitert.

Henne oder Ei. Was war zu erst da?
Im Fall von UPromTV gab es zuerst die Online-Videoplattform (seit 20.Novmeber 2006 online) auf der User Videoclips hochladen und bewerten konnten. Im Fernsehen kann man UPromTV seit Montag über Astra 19,2 Grad Ost empfangen.
Hinter dem Unternehmen stecken die Fidor AG, Anbieter von e-Commerce und Finanzdienstleistungen, und das Produktionsunternehmen FiveWorks http://fiveworks.com/. Das Geschäftsmodell: Werbung. Die Videos und das Angebot sind nach meiner Einschätzung zu 90 Prozent reine Laienproduktionen (Schnitt/Ton/Bild/Technik), zwischendurch auch kurze PR-Filme von Firmen, Stop-Motion Filme oder so genannte Breaking News, von denen die Neuste allerdings vom Januar stammt. Zur Zeit werden täglich maximal 20 Clips hochgeladen. An was liegts? Ist Austrahlung über Astra unsexy? Wollen die Internet-Videoproduzenten mit ihren Werken gar nicht ins klassische Fernsehen? Wirkt die Plattform unseriös?

Der Sender bleibt optimistisch und will bald auch bestimmte wiederkehrende Formate zu Serien ausbauen und ihnen einen festen Sendeplatz zuweisen. Zum Beispiel Stefano Fichiano oder Kicker Matches.

Vorbild Current.tv

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In den USA hat die Kombination von Online Videos und zugehöriger Fernsehsender schon Erfolge gefeiert. Current.tv heißt die Plattform, die mit gleich drei Distributionswege für Videos Trends gesetzt hat. Current.tv sendet über das Internet, Kabel und Sat-TV. “Create the TV you want everyone to watch” ist der Slogan des Unternehmens, das in den USA im August 2005 von AlGore gegründet wurde. Seit März dieses Jahres sendet Current.tv auch in Großbritannien und Irland.

Obwohl die Community sehr aktiv ist, werden lange nicht alle der hochgeladenen Videos letztendlich in der klassischen Fernsehversion ausgestrahlt wird. Insgesamt sind hier etwa ein Drittel vom Publikum selbst produziert, der Rest setzt sich aus Sendungen von Mitarbeitern und professionellen Medienleuten zusammen. Mittlerweile ist auch die so genannte “Current Journalism Pods” Kategorie eröffnet worden. Hier können User besonders journalistisch anspruchsvolle Videos hochladen, die vorher von einem Redaktionsteam überprüft werden. Mit einer ganz anderen Richtung, aber aus UGC einer nicht minder interessanten, befasst sich die Rubrik VCAM (Viewer Create Ad Message). Der User ist aufgefordert zu bestimmten wechselnden Produkten selbst kurze Video-Werbespots zu drehen, die je nach Beliebtheit und Austrahlung von den Unternehmen entsprechend honoriert werden.

UPromTV Empfangsdaten: Unverschlüsselt über die Frequenz 12,246 GHz, vertikale Polarisation, Symbolrate 27,5 MSymb/s; FEC 3/4 von Montag bis Samstag von 20:00 bis 8:00 Uhr morgens und sonntags ganztägig. Anmerkung: Konnte bisher selbst nur das Online-Angebot ansehen, (kein Astra Zugang) Wer hat schon in die Fernsehversion schauen können?

Zum Weiterlesen: Clipmania - Fernsehen ins Internet oder doch andersherum?

2 Kommentare bei “Websehen über Astra: UPromTV sagt “Du bist TV””

  1. Ich halte Uprom.tv grundsätzlich für nichts Neues. Es kopiert alle bewährten Präsentationsmethoden für Videos im Netz und unterscheidet sich dabei kaum von seinen Vorbildern. Etwas abschreckend sogar finde ich die Rubrik “Reporter”, hinter der sich, wie so schön in deinem Text beschrieben, meist Werbe-Vodcasts oder Sponsered Videos verbergen.

    Es stellt sich also die Frage, wie attraktiv Uprom.TV für Produzenten echter journalistischer Formate zukünftig sein wird, und auch wie rentabel. Denn genau darin sehe ich die Chance der neu entstandenen Plattform. Man schaue sich beispielsweise das amerikanische Vorbild, Al Gores innovative Fernsehstation Current Tv an. Einige Leute haben dort schon mehr als nur ein Trinkgeld mit Reportagen verdient.

    Es war nur eine Frage der Zeit, bis derartige Verwertungsmaschinen auch in Deutschland auftauchen, in meinen Augen war dies längst überfällig. UProm.Tv ist die Vorhut, die an dem Sockel des ewig dominierenden Mediums rüttelt. Das Fernsehen muss sich daran gewöhnen, dass dessen Zukunft vom Internet abhängig ist. Vergangene Woche habe ich noch in der Redaktionsleitung einer TV-Produktion für neue Geschäftsmodelle im Internet plädiert. Die Scheu ohne Werbefinanzierug auszukommen ist jedoch sehr hoch. Schade eigentlich, denn gerade für qualitativ hochwertige Inhalte findet sich sicherlich auch ein zahlungskräftiges Publikum in Europa. Zumal mit immer häufiger benutzten individualisierten Angeboten wie Netvibes und Co. zweifellos die Werbranche als Finanzierungsdepot an Bedeutung verliert. Gegenargument sind die derzeitigen Werbeimplikationen vor Online-Videos. Doch userfreundlich ist das sicher nicht.

    Es wird viel experimentiert, warum also nicht auch mit einem Internet-Tv-Sender ein neues Geschäftsmodell auf die Beine stellen, ohne Sponsoring in der Reporterecke und Pleiten, Pech und Pannen-Lacher als Aufmacher. Vielleicht brauchen wir in Deutschland wie immer etwas länger. Undenkbar ist es jedoch auf gar keine Fall. Ich hoffe, dass viele dem Beispiel von Uprom.Tv folgen und es verbessern werden. Das wäre gerade als neuer Distributionsweg für videojournalistische Inhalte eine große Bereicherung und würde die Mitsprache der Rezipienten auch für das Fernsehen ermöglichen.

  2. […] für Werbezwecke Nutzerdaten sammeln und auswerten lassen. Lesen. Neue Videoportale: Kyte.TV, UpromTV und on networks sind nur einige der neuen Videoplattformen die diese Woche neu auf den Markt […]

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