Papa Kuttner für die Netzeitung II
Mit niemand geringerem als Harald Schmidt oder Stefan Raab vergleicht Chefredakteur Michael Angele seinen neuen Video-Kolumnisten Jürgen Kuttner. Die Kuttner-Show, so heißt das selbstproduzierte Entertainment-Video der Netzeitung, das jetzt mit seiner ersten Ausgabe gestartet ist. Neben frecher Berliner Schnauze verspricht die Websehen-Sendung ausgewählte YouTube Clips mit Kuttners Kommentaren. Für das bislang magere Videoangebot der Netzeitung ein Aufbruch zu neuen Formaten.
Die Kuttner-Show:
Das zentrale Motto der Show ist: Was sagt YouTube dazu. Während andere Nachrichtenseiten ihren Fokus auf Nachrichten-Videos online legen, setzt die Netzeitung auf Entertainment. Im Video-Magazin quatscht Kuttner 17 Minuten durch. Ohne Punkt und Komma. Über Gott und die Welt. Im Fall der aktuellen Sendung über Jesus und YouTube. Neben Kuttner sind daher auch ausgewählte YouTube Clips zu sehen. Eine moderierte Clipshow, die wie Stand-up Comedy wirkt. Selten ist ein Schnitt zwischen seinen ausschweifenden Reden. Die Notizen, die Jürgen Kuttner zur Orientierung braucht, sind öfters im Bild bzw. seine Augen auf den Notizen. Nachbearbeitete Videoschnitt und Kameraeffekte lockern das sowie so schon lockere Geplauder zusätzlich auf. Die technische Umsetzung ist einwandfrei.
Video-Content bei der Netzeitung:
Multimediale Inhalte bedeuteten bei der Netzeitung bislang hauptsächlich nur Bildergalerie und Audio-Sequenzen. Videos wurden nur sehr spärlich verwendet und die Einbindung in Artikel sowie eine zentrale Videoplattform der Netzeitung befindet sich noch in den Kinderschuhen. An vereinzelten Stellen wird mit Video-Content auch schon experimentiert: Mal mit einem Trailer oder einem nicht wirklich sinnvoll in den Artikel eingebundenen Handyvideo von Knut (auf dem Knut weder zu sehen, noch zu hören ist.)
Positiv herausragend ist da schon eher die Eigenproduktion im Feuilleton mit Karazek liest. Direkt suchen nach Videos der Netzzeitung kann man leider noch nicht. Einen Navigationspunkt “Video” in den beiden Hauptnavigationsleisten vermisst man noch gänzlich. Das prominente Video-Aufrüsten direkt auf der Homepage ändert sich aber schon mit der Kuttner Show. Bald soll auch das WM-Studio Berlin Mitte folgen, das bisher eine reine Audio-Sendung war.
Die Videos der Netzeitung im Detail:
Das Medium:
Die Netzeitung ist seit September 2000 die erste deutsche Tageszeitung, die ausschließlich im Internet erscheint und damit weder den Traditionen eines eingeführten Printtitels noch den Interessen eines Verlages, insbesondere dessen Marketingzielen, verpflichtet ist.
Inhalte der Videos:
Bislang noch wenig Videos und Inhalte. Vereinzelt kurze Trailer oder YouTube-Clips. Aber auch Eigenproduktionen wie Karazek liest oder die Kuttner-Show.
Navigation zum Video:
Noch miserabel. Abgesehen von einem Homepage Teaser für die Kuttner-Show keine direkte Navigation zu Video-Content.
Integration in Artikel:
Vorhanden. Aber auf Grund spärlicher Inhalte noch nicht ausgereift.
Quellen:
Die Videos werden größtenteils selbst produziert oder es werden kurze Sequenzen/Trailer aus PR-Videos verwendet. Keine Agenturvideos von Reuters oder ZoomIn etc. .
Interaktivität:
Kaum. Leserkommentare sind möglich. Keine weiterführenden Links direkt am Video. Keine Bewertungskriterien direkt zum Video.
Werbung: Keine direkte Werbung in den Videoclips.
Optische Qualität: Gut. Verschiedene Größen der Videos sind anwählbar.
Videoportal: Nicht vorhanden.
Viral Videos: Keine.
Video-Download: Nicht vorhanden.
Siehe auch:
Papa Kuttner für die Netzeitung Teil 1
Analyse der Washington Post





Was da wohl Sarah dazu sagt (www.sarahkuttner.de)? Ein plumperer Fall von borrowed interest ist mir ja selten untergekommen *g*