Die Websehen-Studien zur Studie
Umfragen und Studien sind immer so eine Sache. Oft ahnt man schon vorher was am Ende hinten heraus kommt. Ab wann ist eine Umfrage repräsentativ? Ab wann verlässlich? Ab wann zweifelsfrei einsetzbar? Wegweisend für Trends sind die meisten aber alle mal. Daher gibt es an dieser Stelle die interessantesten und aussagekräftigsten Expertenmeinungen zum Thema Websehen im Überblick.
Die BBC:
Die Studie der BBC (November 2006) belegt neben dem Anstieg der allgemeinen Online Videonutzung, dass sich der Fernsehkonsum in Großbritannien von online Video-Usern zum Nachteil des Fernsehens ändert. 43% der Befragten schränken seit dem sie YouTube & Co. nutzen ihren Fernsehkonsum ein.
Telepolis:
Eine Expertenbefragung bei Telepolis im Mai 2006 ergab folgende Trends für die Zukunft des Websehens:
Singleization: TV ist ein Robinson-Effekt. Man sucht sich sein TV-Programm allein für sich passend zusammen
De-Anchoring: Es geht weg vom Ritus eines Fernsehabends hin zur passenden Gelegenheit.
Polarisation: Das Angebot differenziert sich, das Publikum ebenfalls.
Freeriding: Content ist “frei”.
Multiplicity: Eine an Vielfalt koexistenten Angeboten besteht zur Auswahl.
Interactionism: Interaktionsmöglichkeiten wie Links oder sogar eine Teilnahme am Programm werden zum festen Bestandteil
Interestification: Im Mittelpunkt steht das Interesse an einem Thema, nicht das Format
ARD/ZDF:
Die ARD/ZDF Online Studie 2006 stellte fest, dass bereits jeder vierte User (24 Prozent) sich gelegentlich im Netz Videos ansieht oder live Sendungen streamt. Parallel zum Anstieg des Internetkonsums hat sich auch der Fernsehkonsum weiter erhöht: Nicht nur ist ein Anstieg gegenüber 2005 von vier Minuten festzustellen, gleichzeitig bleibt das Fernsehen mit einer Nutzungsdauer von 235 Minuten täglich das zuwendungsintensivste Medium.
TV2010:
TV2010 war im Mai 2006 an der Uni Siegen der Titel des Forschungsprojektes zur Untersuchung der Folgen der Digitalisierung des Fernsehens. Ein paar Zitate aus der Zusammenfassung des Projektes sind:
In Conclusio heißt das, dass digitales Fernsehen die wahrgenommene Nutzungsqualität durch Selektion steigert. Erhöhter Selektionsdruck führt zu neuen Orientierungsangeboten. Neue Orientierungsangebote für digitales Fernsehen richten sich nach bekannten bzw erlernten Mustern.
WEB 2.0 Studien:
Web 2.0 Studien gibt es zurzeit mehr als genug. Interessant für Video-Content sind vor allem die Web 2.0 Grundlagen-Studie im Auftrag des SWR. “Mit einem Anteil von 82% regelmäßigen Besuchern sind Videocommunities die am häufigsten von „regelmäßigen ‚Web 2.0’-Nutzern“ genutzten Websites.
Mefeedia:
Meefida meldet in ihrem “State of the Vlogosphere”, dass sich die Anzahl der registrierten Videoblogs im letzten Jahr verdoppelt hat.
Noch offen:
Mit der Bitte zum Mitmachen führt das Forschungsprojekt der Westdeutschen Akademie für Kommunikation (WAK) derzeit eine Umfrage zur Videonutzung durch. Thema: Nutzung von Videoplattformen in Deutschland. Interessante Ansätze. Ich bin gespannt auf die Auswertung. Kleines Manko der Umfrage: Bei den Videoportalen geht man von vorneherein nur von „lustigem Content“. So zumindest die Frage 12: Was wärest Du bereit für gute / lustige Clips maximal als Entgelt zu bezahlen? Gute Videos sind in dem Zusammenhang schwammig zu definieren. Eine Unterscheidung in unterschiedliche Video-Genres wäre an der Stelle sicher interessant gewesen. via Gugelproductions
Ebenfalls ganz aktuell und vielversprechend, wenn auch noch nicht in der Langfassung erhältlich die Web00 Studie aus dem Haus der Boogie Medien.
ComScoreNetworks:
Der durchschnittliche Internet-User in den USA schaut jeden Monat über 100 Minuten Videos im Internet an. Das hat eine Studie der comScore Networks ergeben. Außerdem bestätigt das Institut, dass im Juli 2006 täglich 100 Millionen Videos auf YouTube angeschaut wurden. Bereits 60 Prozent des Internettraffics werden durch Videos verursacht und in den nächsten Jahren, schätzen die Experten von CacheLogic, könnte der Anteil des Videotraffics bereits bei 98 Prozent liegen.
Dass die USA in der Videonutzung vorne liegt, zeigt auch diese Grafik über Web 2.0 Anwendungen bei Tageszeitungen.
MediumMagazin, Ausgabe 1+2 2007, “Auf der Suche nach neuen Lesern”, Seite 58.
Anmerkung: Aufgelistet sind nur kurze Auszüge aus den genannten Studien. Eine ausführlichere Besprechung findet im theoretischen Teil der Diplomarbeit statt. Die Liste wird fortgesetzt. Weitere Ideen? Na dann bitte ran ans Kommentarfeld!









Apr 6th, 2007 at 22:50
[…] Webvideos: Eine Studie ist eine Studie ist eine Studie Websehen: “Umfragen und Studien sind immer so eine Sache. Oft ahnt man schon vorher was am Ende hinten heraus kommt. Ab wann ist eine Umfrage repräsentativ? Ab wann verlässlich? Ab wann zweifelsfrei einsetzbar? Wegweisend für Trends sind die meisten aber alle mal. Daher gibt es an dieser Stelle die interessantesten und aussagekräftigsten Expertenmeinungen zum Th….” […]