Videos bei der Washington Post - Die Analyse
“There is no platform that we are not willing to put our video on”, sagt der executive Editor der Washington Post Jim Brady und denkt dabei an Kooperationen mit Apple TV, You Tube, Second Life oder lokalen TV-Sendern. Die Washington Post plant in den nächsten Monaten ihre Videos „zum Mitnehmen“ herauszuputzen. Die Videoclips sollen nicht mehr nur auf der eigenen Website angeschaut werden können, sondern auch mit Hilfe eines Codes auf Blogs und Websites eingebaut werden. Doch bis dahin: Wie sieht das Video-Angebot der Washington Post überhaupt aus? Von fortschrittlich über qualitativ hochwertig bis zu miserabel navigierbar: Die Analyse des Videoangebot, das Interview mit Jim Brady und die Pläne für die Zukunft der Washington Post Videos.
Das Medium:
Die Washington Post ist die größte Tageszeitung in Washington D.C. / USA. Sie gehört zur Mediengruppe Washington Post Company unter der u.a. auch das wöchentliche Magazin Newsweek erscheint und das auch mehrere lokale Fernsehsender besitzt. Verantwortlich für den Online Auftritt ist Mark Whitaker.
Inhalte der Videos:
Die Themen sind breit gefächert und reichen von Politik und aktuellem Zeitgeschehen über Sport, Medien, Wirtschaft bis hin zur Kunst.
Navigation zum Video:
Die Videos liegen gesammelt auf einem extra Seite, dem Videoportal. Es gibt in der Hauptnavigationsleiste allerdings keinen Hinweis auf das Portal. Dafür ist direkt auf der Homepage einen breite Leiste eingebunden, die mit Beispielvideos auf das multimediale Angebot der Post aufmerksam macht. Benutzt man die allgemeine Suchfunktion der Washington Post wird einem hier auch die Suche im Videobereich angeboten. Unter den Haupt-Kategorien wie z.B. Politik gibt es auch einen Kasten, der zum Videoportal verweist. Teilweise versteckt sich auch hinter Bildteasern der Verweis auf ein Video, ist allerdings schwer zu entdecken. Neben dem Videoportal findet man auf einer Unterseite auch Videos nach aktuellen News geordnet.
Navigation im Videoportal:
Die Videos sind chronologisch geordnet. Im Player werden neben dem aktuell ausgewählten Video, jeweils vier weitere Videos mit Vorschaubild, kurzem inhaltlichen Teaser, Quelle und Längenangabe aufgelistet. Es gibt keine direkten Verlinkungen zu ähnlichen Videos oder Texten und keine Ordnung in Kategorien. Außerdem sind auch noch reine Audio-Elemente in unter die aktuellen Videos gemischt, obwohl man sich laut Überschrift im Videoportal befindet.
Integration in Artikel:
Vorhanden. Gibt es zu jeweiligem Thema ein Video wird das im Artikel in einer separaten Mulitmediabox aufgeführt und mit einem Link wird man an die entsprechende Stelle im Video-Portal verwiesen.
Werbung:
Ja. Es wird vor nahezu jedem Clip ein paar Sekunden ein Video-Werbeclip gezeigt. Jede Werbung wird kenntlich gemacht und es wird beim Anlaufen des Spots die Meldung angezeigt: Your video will beginn after this message.
Quellen:
Die Videos werden größtenteils von Agenturen wie AP oder Comcast SportsNet geliefert. Es gibt aber auch viele selbstproduzierte Clips, meist Interviews oder Reportagen und auch Videoblog-Formate.
Interaktivität:
Kaum. Es besteht die Möglichkeit den Link des Videos per Mail weiter zu senden, sowie Lautstärke und Abspielposition des Videos zu bestimmen. Keine weiterführenden Links direkt am Video. Keine Bewertungskriterien oder Kommentarfunktion direkt zum Video.
Optische Qualität:
Sehr gut, ähnelt HD-TV und wird in unterschiedlichen Größen angeboten. Small und Large.
Viral Videos:
In Planung. Siehe Interview.
Video-Download:
Vorhanden. Es gibt einen Video-Podcast mit dem man sich die aktuellen Washington Post Videos downloaden kann. Laut Brady werden mehr hier mehr Videos herunter geladen als im Stream auf dem Videoportal tatsächlich angeschaut werden. Genaue Zahlen wie viele von den herunter geladenen Videos auch angeschaut werden, gibt es nicht.
Das Interview:
Das Interview führt Andy Plesser von Beet-TV mit dem executive Editor der Washington Post Jim Brady. Hierin geht es vor allem um die weiteren Pläne für das Videoportal der Washington Post und die neue Homepage auf der ein breiter Balken mit Beispielvideos die Nutzer auf das umfangreiche Videoangebot aufmerksam machen soll. Die Redaktion will ihren Lesern damit signalisieren, dass Videos ein zentraler Teil des ursprünglichen reinen Printmediums geworden sind.
Das Fazit von Andy Plesser:
I think the idea of creating and syndicating quality video for distribution on different platforms is essential. Sure, the WashingtonPost.com is a hugely popular site, but Jim and his colleagues know that they need to make their videos viewable and downloadable to a global audience beyond.
Das Websehen Fazit
Größtes Manko ist die schwierige Auffindbarkeit von Archivmaterial und dass neben dem Video direkt keine weiterführenden Links zum Thema oder ähnlichen Videos angeboten wird.
Größter Vorzug ist, dass die eigenen Produktionen qualitativ hochwertig in Inhalt, Produktion und Darstellung sind.
Herrausragend ist der Mash-Up Contest der Washington Post. Hier wurden die User aufgefordert selbst Videos auf der Grundlage einer Interview Vorlage zu drehen und einzusenden. Außerdem das sehr schön produzierte OnBeing Video-Dossier.
Interview via Beet.tv
Siehe auch Artikel “Content is king”





Cooler Beitrag. Wollte dir sowieso mal ein Lob aussprechen. Dein Blog gefällt mir sehr gut, die Texte sind Top und auch das Design ist ansprechend. Vorbildlich (-;
Öhm, HD-TV-Qualität?
Apr 11th, 2007 at 13:49
[…] Siehe auch: Papa Kuttner für die Netzeitung Teil 1 Analyse der Washington Post […]