Heimatfilme online – der BR rüstet auf

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BR-ONLINE ruft erstmals zu einer Video-Mitmach-Aktion für seine User auf. Mit einem umfangreichen Dossier zum Thema Heimat ist der Bayerische Rundfunk online gestartet und präsentiert dort allerlei heimatliche Hintergrundinfos und aktuelle Anekdoten multimedial verpackt. Das Sahnehäubchen obendrauf ist die interaktive Mitmach-Aktion. Im Web 2.0 Mode-Jargon auch User generated Content genannt.

Anstoß für das Heimat Dossier war der beim BR co-produzierte und in Deutschland sehr erfolgreiche Kinofilm: “Wer früher stirbt ist länger tot.” von Marcus Rosenmüller. Heimat ist wieder Kult, sagt man daher in Bayern, dem Bundesland, das gerade durch viele Berg- und Heimatfilme diesen Begriff mitgeprägt hat. Das Dossier gibt einen Überblick über die Geschichte des Heimatfilms, von den Bergfilmen der 20er-Jahre, über die Heimatfilme der 50er-Jahre und bis hin zu aktuellen Produktionen. Passend dazu will der BR jetzt von seinen Usern wissen:

Was bedeutet Heimat eigentlich für Sie?

Die BR-Onliner werden selbst aufgefordert zur Kamera zu greifen. Ob Handyfilm oder hochauflösende Camcorder Aufnahmen – mitmachen kann jeder. Vorausgesetz man beachtet die Teilnahmebedingungen, die öffentlich-rechtlich gemäß auch gleich zwei Bildschirmseiten lang sind.
Auf der Seite befinden sich bereits drei Beiträge. Zwei davon von Studenten der Bayerischen Akademie für Fernsehen (BAF), für die Heimat einerseits die einsamen Bergspitzen Bayerns sind, andererseits aber auch die Kneipen der Stadt. Die Messlatte der Qualität der Filme ist damit bisher schon hochgelegt, aber Hans Helmreich, Leiter der Redaktion Multimedia, versichert dem ungeübten User: “Es können auch viel einfachere Videos sein.” Als Ansporn zum Mitmachen werden die besten Filme auf dem Filmfest in München ausgezeichnet.

Insgesamt präsentiert sich das Dossier als eine runde und gelungene Produktion. Die online Video-Aktion ist zwar nicht unbedingt ein großer Schritt für das Web 2.0, aber auf jeden Fall ein großer Schritt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

7 Kommentare bei “Heimatfilme online – der BR rüstet auf”

  1. Eine interessante Aktion für einen öffentlich-rechtlichen Sender. Ich bin gespannt, was dabei rumkommt. Aber so lobenswert der Ansatz auch ist: Vor allem die ellenlangen Mitmachbedingungen (auch wenn man es aus BR-Sicht verstehen kann) werden sicherlich einige abschrecken. Denn gute Sachen im Internet zeichnen sich doch heute sehr über ihre Niederschwelligkeit aus. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren …

  2. Die erste Aktion dieser Art bei den Ö-R ist es nicht, bin trotzdem sehr gespannt, was dabei herauskommt.

    Und was die Mitmachbedingungen angeht - die gibt es bei anderen Plattformen ja auch (teilweise auch länger), nur bekommt sie der User da erst nach Suchen zu Gesicht.

  3. Schön, schön. Vor allem, dass der BR seinen Realplayer verbannt und sich pseudoyoutubemäßig auf das Flashformat stürzt. Pseudoyoutubemäßig find ich auch die ersten 3 Beiträge! Das hat doch niemals ein User produziert. Wo sind die verwackelten Bilder und die Authentizität, die die User so zu lieben scheinen? So professionell produzierter Kram kann ich mir auch in der Abendschau ansehen - das bügelt auch er der Lispler im ersten Beitrag nicht aus… .

  4. @ Fiete: Das stimmt. So eine UGC Online Video Aktion gibt es auch schon an anderer Stelle bei den Ö-R, zum Beispiel der tell-a-vision Video-Wettbewerb von der ARD oder die Aktion beim Morgenmagazin. Aber bei br-online hat es sowas soweit ich weiß noch nicht gegeben.

  5. So heimatlich wie der BR hat noch niemand den UGC angepackt - ewr könnte das auch besser. Ich finde es super und werde vielleicht mitmachen. Einfach so.

    @ Dani: naja, dass alle verwackelte Bilder wollen, halte ich mal für ein Gerücht. Und bei den ersten Beiträgen steht auch dabei, dass die Produzenten von der Filmhochschule BAF kommen. Wenn bei denen die Bilder wackeln und die Konturen ausreißen, dann können sie sich schon einmal aufs Taxi-Fahren einstellen.

  6. Hallo Julia,

    ja bisher wurden eher noch Fotos eingesetzt. Ich erinnnere mich noch an eine Aktion beim WDR (http://www.onlinejournalismus.de/2006/06/07/fotos-von-den-fans/) und “Was mir heilig ist” vom ORF. Spannend an dem BR-Ansatz ist, dass er näher an der BBC (Telling Lives, Capture Wales, etc. ) liegt.

  7. @ Postbote: Ok, verwackelt muss nicht immer sein, das war ein bisschen überspitzt. Aber findste nicht auch, dass diese 3 Videos ein bisschen pseudomäßig daher kommen? Ich fand das irgendwie sehr aufgesetzt … Nichts desto trotz finde ich das Projekt in Sachen UGC sehr löblich, warum sollen nicht auch die Ö-R mitmischen …?

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