Videos ja bitte, aber bitte nicht mit Gewalt
Umso multimedialer ein Beitrag, desto besser? Falsch. Videos sind nicht immer die beste Lösung, um einen journalistischen Artikel multimedial aufzupeppen. Ein integriertes Video im Beitrag heißt nicht automatisch, dass das eine Bereicherung für Text und Inhalt ist. Oft lenken schlecht produzierte oder thematisch unpassend gewählte Flimmerbilder nur vom eigentlichen Thema ab. Wo das der Fall ist? Hier einige Beispiele.
Trägt das Video nicht zum Verständis bei - Weglassen!
Das Video auf dieser Seite von mac-essentials, wird als einer der ersten dokumentierten Testläufe des neuen Apple-TV angepriesen. Vom eigentlichen Test ist darin allerdings nichts zu sehen. Man sieht nur wie die beiden Tester in schlechter Bild und Tonqualität über das Produkt philosophieren und ihre Ergebnisse zusammentragen. Einzige Abwechslung: Zwischendurch sind ein paar Screenshots der Apple-Website zu sehen und einmal wird das Gerät selbst ins Bild gehoben. Wenn man nur so ein Video beisteuern kann, sollte man besser darauf verzichten. Im Text lassen sich zum Beispiel durch Stichpunkten die Vor-und Nachteile des Tests übersichtlicher abwiegen. Screenshots kommen durch eine Bildergalerie oder Fotos im Text ebenfalls besser zur Geltung, als kurz eingeblendet in einem viel zu langen und wuchtig hervorgehobenem Videobeitrag.
Videos dürfen nicht wie Fremdkörper wirken
Das sagt Matthias Kretschmer in seinem Blog Print to Internet.
In der Regel werden die Videos in einem separaten Video- oder Multimedia-Bereich abgelegt und nicht mit korrespondierenden Artikeln, Bildergalerien oder Umfragen kombiniert. Das ist ungefähr so, als würde man in der Zeitung erst alle Texte abdrucken, dann alle Fotos und abschließend alle Infografiken. Der User muss in solchen Fällen auf der Site von Sektion zu Sektion springen, wenn er sich zu einem Thema umfassend mittels Text und Video informieren möchte.
Onlinejournalismus.de hat diese These noch weiter verfolgt.
Weitere Beispiele folgen.





Ich gebe Matthias Kretschmer mit seiner Aussage völlig recht und finde, dass er da ein sehr anschauliches Beispiel gewählt hat.
Doch genau das beschriebene Problem ist es, das Online-Journalisten in Zukunft lösen müssen. Leider fehlen auf der einen Seite häufig die Kapazitäten, um Videos aufwändig und damit sinnvoll einzubinden. Und auf der anderen Seite fehlt es auch an Know-how, da es (noch) viel zu wenige ausgebildete Online-Journalisten gibt.